Die interaktive Kiste zeigt sechs verschiedene 3D-Exponate typischer Einwegverpackungen, wie Coffee-to-go-Becher, Plastiktüte oder Kaffee-Kapseln. Wer ein Exponat in die Vertiefung auf der Kiste stellt, erfährt auf einem Bildschirm beeindruckende Fakten zum Rohstoffverbrauch der Einwegprodukte und bekommt Tipps zu ressourcenschonenden Alternativen.
17 Mrd. PET-Flaschen/Jahr alleine in Deutschland
= 200 Stück je Bundesbürger
Einwegflaschen (PET)
PET-Einwegflaschen können, wie der Name schon sagt, nur ein einziges Mal verwendet werden. Auch deshalb liegt der Bedarf in Deutschland bei gigantischen 17 Milliarden Stück im Jahr. Für die Herstellung von 1 Kilogramm Einwegflaschen aus PET werden dabei 1,9 Kilogramm Erdöl benötigt. Zum Vergleich: PET-Mehrwegflaschen können mindestens 15 Mal, Glasflaschen sogar bis zu 50 Mal wieder befüllt werden.
Mehrwegtipps schonen Ressourcen
- Mehrwegflaschen aus PET oder Glas den »Wegwerf-PETs« immer vorziehen! So werden Rohstoffe, Energie und Treibhausgase eingespart.
- Vermeide klimabelastende LKW-Transportwege und wähle Mineralwasser in Mehrwegflaschen aus der Region.
- Ganz ohne Kistenschleppen und mit 0,2 Cent pro Liter unschlagbar preiswert löscht Leitungswasser den Durst. Es gilt in Deutschland als eines der am strengsten kontrollierten Lebensmittel.
- Wer auf Kohlensäure nicht verzichten will, greift einfach zum Trinkwassersprudler.
- Leitungswasser für die eigene Trinkflasche gibt’s unterwegs an Trinkbrunnen und in vielen Geschäften. Adressen unter www.refill-deutschland.de
3,2 Mrd. Hemdchenbeutel/Jahr alleine in Deutschland = 750.000 km lange Wäscheleine mit Plastikbeuteln von der Erde zum Mond und zurück
Plastiktüten
Hier ein Tütchen, da ein Tütchen – alleine in Deutschland werden jährlich über über 3 Milliarden dünne Obstplastiktüten verbraucht! An einer Wäscheleine reichten diese »Hemdchenbeutel« von der Erde zum Mond und wieder zurück. Viele landen letztlich in der Müllverbrennung oder verschmutzen die Umwelt. Und sind damit für Tiere und Menschen gefährlich.
Praktische Tipps zum Mitnehmen
- Verzichte auf unnötige Plastiktüten beim Obst- und Gemüsekauf!
- Mehrwegbeutel aus waschbarer Baumwolle oder Recyclingkunststoff eignen sich für Transport und Lagerung mindestens genauso gut.
- Statt Einwegplastiktüten Mehrwegtaschen und -beutel verwenden! Neben Rohstoffen spart man auch die Kosten für die Tüten.
- Wiederverwendbare Polyestertragetaschen sind extrem stark, leicht und platzsparend und stecken im Vergleich jede Plastiktüte locker in die Tasche.
5,8 Mrd. Einwegbecher/Jahr alleine in Deutschland
= 55.000 Tonnen Müll (schwerer als die Titanic)
Einwegbecher
Die so genannten »to-go-Becher« für Kaffee aus Pappe oder Kunststoff gehören längst zu unserem Alltag. Rund 34 Stück verbraucht jeder Bundesbürger jährlich. Hinzu kommen noch einmal ca. 36 Einwegbecher für Kaltgetränke. Macht insgesamt 5,8 Milliarden Stück pro Jahr. Viele landen in öffentlichen Mülleimern und ihre Rohstoffe gehen bei der Verbrennung verloren.
Stopp »To go« mit diesen Tipps:
- »To go« klingt praktisch, bringt uns aber kaum Zeitersparnis. Drum lieber
entspannt wie die Italiener aus einer echten Tasse trinken. - Für unterwegs einen Mehrwegbecher* mitnehmen und beim Bäcker oder im
Café befüllen lassen. Dieser hält das Lieblingsgetränk warm bzw. kühl und
sieht auch noch chic aus. * Tests: http://www.verbraucherzentrale-bayern.de/coffee-to-go-becher; www.test.de; www.oekotest.de - Vermeide Bechermüll und frag beim Bäcker oder im Café nach (z.B.Pfand)Mehrwegbechern, die größere Betriebe seit 2023 anbieten müssen. Adressen wo du Mehrweg bekommst findest du hier.
3 Mrd. Kaffee-Kapseln/Jahr alleine in Deutschland
= 500 Müllwagenladungen
Kaffee-Kapseln
Kaffee-Kapseln sind verglichen mit herkömmlichem Kaffee nicht nur extrem teuer. Sie produzieren noch dazu jede Menge Müll. Fast 3 Milliarden Kaffee-Kapseln aus wertvollem Aluminium bzw. Kunststoff werden in Deutschland im Jahr verbraucht – Tendenz stark steigend. Für ihre Herstellung werden dabei enorme Mengen Rohstoffe und Energie verbraucht.
Starke Tipps für Kaffeetrinker:
- Statt Einweg-Kaffee-Kapseln nutze wiederbefüllbare Kapseln aus
Edelstahl! - Eine Tasse Kapselkaffee kostet etwa 30 Cent. Das ist rund drei Mal so viel wie für eine Tasse Filterkaffee (9 Cent). Umgerechnet auf 4 Tassen Kaffee am Tag macht das Mehrkosten von 300 Euro jährlich.
- Presse statt Knopfdruck: Mit French Press-Kannen kann man ohne Kapselmüll leckeren Kaffee als Einzelportion oder für die ganze Kaffee-Runde zubereiten.
3,5 Mrd. Getränkedosen/Jahr alleine in Deutschland = 235.000 km Dosenkette = ca. 6x Erdumfang
Getränkedosen
Der Bedarf an Getränkedosen aus Weißblech und Aluminium steigt rasant. Von 2011 bis 2018 hat sich der Absatz mit 3,5 Milliarden Stück im Jahr in Deutschland mehr als verdreifacht. Die überwiegende Zahl sind Aludosen. Das Problem: Trotz hoher Recyclingquoten wird auch Primäraluminium eingesetzt, dessen Herstellung aus Bauxit sehr viel Energie verbraucht. Dazu kommen Umweltfolgen wie giftiger Rotschlamm plus klimaschädliche Treibhausgase.
Tipps gegen die Blechlawine:
- Dosen und Einwegglasflaschen sind die ökologischen Schlusslichter bei den Getränkeverpackungen. Nutze stattdessen lieber Mehrwegflaschen aus Glas oder PET!
- Mixe Softdrinks einfach selbst anstatt Einheitslimo aus Dosen zu kaufen! Coole Rezepte im Ratgeber »Eistees, Limonaden & Fassbrausen«
www.test.de/shop/essen-trinken
25 Kilogramm je Bundesbürger/Jahr alleine in Deutschland = 2 Tonnen in 80 Jahren = 1 Nashorn
Plastikverpackungen
Es gibt viele unterschiedliche Kunststoffarten: Polyethylen, Polypropylen, Polystyrol… Und unzählige Arten von Plastikverpackungen. Was Zitronennetz, Zahnpastatube und Joghurtbecher dabei verbindet? Die Tatsache, dass nur 5 von 10 Kunststoffverpackungen recycelt werden und bei der Verbrennung der restlichen Verpackungen wertvolle Ressourcen vernichtet werden.
Mit diesen Tipps kann Plastik einpacken:
- Zeige aufwendig verpackten Lebensmitteln die rote Karte!
- Lieber unverpackte Waren wie Obst und Gemüse kaufen und in wiederverwendbaren Beuteln z. B. aus Baumwolle transportieren.
- Versuche einmal »Bulk Shopping«! Bei diesem neuen Trend verkaufen »Unverpacktläden« und auch Bioläden Lebensmittel wie Nudeln, Müsli oder Bohnen aus umweltfreundlichen Großbehältern zum selbst Abfüllen.
- Nachfragen lohnt sich: Auch manche Supermärkte, Metzgereien oder Marktstände akzeptieren Gefäße zum Abfüllen ohne extra Verpackung.
2018 verbrauchte jeder Bundesbürger im Schnitt 107 kg Verpackungen – Tendenz steigend. Das verursacht nicht nur eine Menge Müll, sondern auch Klimagase.
Etwa 1,5 – 2 % der Klimagase eines Europäers entstehen durch Verpackungen, deswegen:
- Kaufe unverpackt oder Mehrweg statt Einweg
- Kaufe vor Ort statt online